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PV-Anlagendimensionierung: Warum „Mehr nicht immer Besser ist“

Die optimale Dimensionierung maximiert den Eigenverbrauch und ist für die Wirtschaftlichkeit eines Projekts zentral: Worauf Sie achten sollten.

Die strategische Dimensionierung der Photovoltaikanlage (PV-Anlage) ist eine zentrale Aufgabe für Immobilieneigentümer & PV-Contractoren in der Wohnungswirtschaft und im Gewerbe. Oftmals ist die Planung durch die in vielen Bundesländern eingeführte PV-Pflicht motiviert. Die je Bundesland geltende PV-Pflicht haben wir in einem ergänzenden Artikel für Sie zusammengefasst. Diese Pflicht schreibt zwar die Installation einer Anlage vor, jedoch nicht zwingend die vollständige Belegung der verfügbaren Dachfläche. Eine effiziente PV-Anlage erfordert ein präzises Gleichgewicht zwischen Energieerzeugung, maximalem lokalem Verbrauch und einer reibungslosen Integration in das Stromnetz. Die Kernbotschaft ist eindeutig: Wirtschaftlichkeit und Netzdienlichkeit sind die entscheidenden Faktoren für eine langfristig erfolgreiche und profitable PV-Investition.

Für Gewerbeimmobilien oder Mehrfamilienhäuser richten sich die benötigten Anlagengrößen nach dem jeweiligen Verbrauchsprofil. Der Fokus liegt auf der intelligenten und profitablen Nutzung des erzeugten Stroms.

 

Wirtschaftlichkeit im Fokus: Eigenverbrauch maximieren

Da die Zukunft der EEG-Einspeisevergütung unsicherer wird, hängt die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage inzwischen maßgeblich davon ab, wie viel des erzeugten Stroms direkt innerhalb der Immobilie verbraucht werden kann.

Strompreise vs. Einspeisevergütung: Warum sich Eigenverbrauch rechnet

Die finanzielle Differenz zwischen den Kosten für Netzstrom und der Einspeisevergütung ist erheblich. Im Jahr 2025 liegen die durchschnittlichen Strompreise für Haushalte bei etwa 39 bis 42 ct/kWh brutto. Für kleine bis mittlere Industriebetriebe betragen die Strompreise im Januar 2025 zwischen 11 und 18 ct/kWh netto.

Im Gegensatz dazu beträgt die Einspeisevergütung für PV-Anlagen in der Überschusseinspeisung laut EEG 2025 je nach Anlagengröße bei 5-8 ct/kWh. Diese deutliche Differenz bedeutet, dass jede vor Ort verbrauchte Kilowattstunde (kWh) Solarstrom für Anlagenbetreiber ein attraktives Renditepotenzial birgt und gleichzeitig den Gebäudenutzern erhebliche Kosteneinsparungen ermöglicht. Durch Mieterstrom oder die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung können Betreiber nicht nur zusätzliche Einnahmen generieren, indem sie günstigen Solarstrom direkt an die Mieter verkaufen, sondern auch die Attraktivität ihrer Immobilien steigern.

 

Die optimale Dimensionierung Ihrer PV-Anlage

Auch aufgrund der unsicheren Zukunft der EEG-Vergütung wird die Rentabilität von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) in Deutschland in Zukunft maßgeblich durch eine hohe Direktverbrauchsquote bestimmt. Die optimale Größe einer PV-Anlage ist individuell auf Basis des erwarteten Direktverbrauchs anzupassen.

 

Praktische Tipps zur Erhöhung des Direktverbrauchs

  • Mieterstrommodelle etablieren: Bieten Sie Ihren Mietern den lokal erzeugten Solarstrom direkt an. Dies schafft eine Win-Win-Situation: Mieter profitieren von günstigerem, grünem Strom, während Sie als Anlagenbetreiber zusätzliche Einnahmen generieren. Der Mieterstromzuschlag kann die Wirtschaftlichkeit zusätzlich verbessern.
  • Wärmepumpen und Warmwasserbereitung: Nutzen Sie selbst erzeugten Solarstrom zum Heizen von Gebäuden und zur Warmwasserbereitung.
  • Stromspeicher einbeziehen: Ohne Batteriespeicher liegt die Eigenverbrauchsquote einer PV-Anlage typischerweise zwischen 20 % und 40 %. Mit einem gut dimensionierten Speichersystem kann der Eigenverbrauch auf 70 % bis 80 % ansteigen.

Anreize für angepasstes Verbrauchsverhalten schaffen: Incentivieren Sie Ihre Mieter, energieintensive Aktivitäten möglichst in die Tagesstunden zu verschieben, wenn die Solarproduktion am höchsten ist. Dies umfasst z.B. den Betrieb von Geräten und Maschinen in Gewerbebetrieben oder das Laden von Elektrofahrzeugen. Ein Energiemanagementsystem hilft bei der intelligenten Steuerung und schafft Transparenz. Mehr dazu erfahren Sie hier.

 

Die Balance zwischen Anlagengröße und Speicherkapazität

Ziel ist ein harmonisches System, bei dem die PV-Erzeugung eng mit den Verbrauchsmustern abgestimmt ist und Speicher effektiv genutzt werden. Zwar profitieren größere PV-Anlagen im Allgemeinen von niedrigeren Kosten pro kWp. Eine reine Maximierung der kWp-Leistung ohne ausreichende Speicherung oder entsprechenden Verbrauch kann jedoch die Gesamtrentabilität mindern. Gerne rechnen wir die Wirtschaftlichkeit für Ihren konkreten Fall. Kontaktieren Sie uns einfach.

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