Skip to content

PV-Betreibermodelle für die Wohnungswirtschaft

Den passenden Weg zur lokalen Stromvermarktung finden

Markt im Wandel

Die gesetzlichen Anforderungen verschärfen sich: Mit der PV-Pflicht in den meisten Bundesländern und dem Wegfall von Einspeisevergütungen bei negativen Börsenpreisen oder für kleine Anlagen  wird die lokale Stromvermarktung in Form von Mieterstrom oder gemeinschaftlicher Gebäudeversorgung für Immobilienunternehmen zur wirtschaftlichen Notwendigkeit. Doch welches Modell passt zu Ihren Ressourcen? Wir geben einen Überblick über die gängigen Betreibermodelle Stand 2026.


Die Betreibermodelle im Check

Abhängig von Ihren individuellen Bedürfnissen und verfügbaren Ressourcen gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihren Mietern Zugang zu einem lokalen Stromangebot zu ermöglichen. Der folgende Entscheidungsbaum hilft Ihnen bei der Einordnung Ihrer unterschiedlichen Optionen. 

Whiteboard für Grafiken (22)

Dachpachtmodell

Dieses Modell eignet sich für Eigentümer, die weder Kapital noch personelle Ressourcen für PV-Investments binden möchten.

  • Prinzip: Der Eigentümer verpachtet die Dachfläche an einen externen Contractor. Dieser investiert, baut und betreibt die Anlage.
  • Vorteile: Kein Investitionsrisiko und minimaler Aufwand bei sicheren Pachteinnahmen.
  • Nachteile: Geringste Rendite und keine Kundenbeziehung / Kontrolle über die Strompreise für die Mieter.

Anlagenpacht / Sale & Lease Back

Hier bleibt der Eigentümer Investor, lagert aber die operative Verantwortung aus.

  • Prinzip: Das Wohnungsunternehmen investiert in die PV-Anlage. Ein externer Partner pachtet diese zurück und übernimmt die Belieferung der Mieter.
  • Vorteile: Die Anlage erscheint in der eigenen Bilanz, ohne dass operative Verantwortung für die Energielieferung übernommen werden muss.
  • Nachteile: Die Rendite ist durch die Pachtzahlung gedeckelt und die direkte Kundenbeziehung liegt beim Pächter.

Lieferkettenmodell

Ein hybrider Ansatz, bei dem der Eigentümer Betreiber bleibt, aber die Energielieferung an die Mieter an einen Dritten abgibt.

  • Prinzip: Der Eigentümer investiert und betreibt die Anlage. Ein externer Energielieferant kauft den Strom am Netzanschlusspunkt und rechnet mit den Mietern ab.
  • Vorteile: Die regulatorischen und operativen Pflichten der (eingeschränkten) Lieferantenrolle werden ausgelagert.
  • Nachteile: Das technische Betriebsrisiko verbleibt beim Eigentümer. 

Eigenbetrieb + Abrechnungsdienstleistung

Dies ist die ideale Lösung für Unternehmen, die eine hohe Rendite und Kundenbindung anstreben, aber kein internes Energieteam aufbauen können.

  • Prinzip: Das Wohnungsunternehmen investiert und bleibt rechtlicher Betreiber und Vertragspartner für Mietende. Ein spezialisierter Partner übernimmt bei Bedarf alle Aufgaben rund um die Umsetzung und Abrechnung. 
  • Vorteile: Volle Kontrolle über die Kundenbeziehung und hohe Rendite bei gleichzeitig geringem Personalaufwand. 
  • Nachteile: Es ist eine Koordination des Dienstleisters erforderlich; die volle unternehmerische Verantwortung für die Anlage bleibt im Haus.

Vollständiger Eigenbetrieb

Einen Ihnen angegliederte Betreibergesellschaft übernimmt die Investition und die Stromversorgung für Ihre Mieter.

  • Prinzip: Das Unternehmen übernimmt die gesamte Kette – von Projektierung über Vertrieb bis zu Abrechnung und Kundenservice.
  • Vorteile: Maximale Wertschöpfungstiefe und absolute Unabhängigkeit.
  • Nachteile: Höchster personeller Aufwand.

Gesamtbewertung

Die Wahl des Modells hängt stark von Ihrer Portfoliogröße und den verfügbaren Ressourcen ab. Während kleine Bestände oft vom Dachpachtmodell profitieren, bietet der Eigenbetrieb mit einem Abrechnungs-Partner für die meisten Wohnungsunternehmen das beste Verhältnis aus Rendite, Mieterbindung und Verwaltungsaufwand. Angesichts der PV-Pflicht und sinkender Einspeisevergütungen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die eigenen Dachflächen als Erlösquelle zu aktivieren.

Pluspunkte für Wohnungsunternehmen

Unabhängig vom Modell - Wohnungsunternehmen profitieren bei der Umsetzung der dezentralen Stromversorgung von zahlreichen Vorteilen: 

  1. Geschäftsmodell statt Kostenposition: Die Investition in PV-Anlagen sich durch die lokale Vermarktung des Stroms im Vergleich zur Einspeisevergütung.
  2. Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen: Mieterstrom unterstützt das Erreichen von Dekarbonisierungsziele und ESG-Anforderungen.
  3. Attraktivitätssteigerung: Innovative Energiekonzepte verbessern das eigene Image und die Wettbewerbsfähigkeit. Denn der Mietstromtarif liegt in der Regel mindestens zehn Prozent unter dem Grundversorgungstarif – und macht sie zu aktiven Teilnehmern der Energiewende. Die wesentlichen Vorteile:
  4. Werterhaltung von Immobilien: Durch die Erfüllung steigender ESG-Kriterien und Energieeffizienzstandards wird der Marktwert erhalten oder noch erhöht.

Wenn Sie mehr über Mieterstrom oder die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung erfahren möchten oder Unterstützung bei der Umsetzung suchen, hilft Ihnen das Team von Solarize gern weiter – sprechen Sie uns an!

Weitere Blog Artikel

Professionalisierung der Pioniere – Realitätscheck zur Mieterstrom-Skalierung 2026

Professionalisierung der Pioniere – Realitätscheck zur Mieterstrom-Skalierung 2026

Erfahren Sie, wie Energieversorger Mieterstrom mit agilen Strukturen...

PV-Pflicht 2026: Chance für Immobilienbesitzer & Contractoren

PV-Pflicht 2026: Chance für Immobilienbesitzer & Contractoren

Wie Immobilienbesitzer die PV-Pflicht 2026 mit Mieterstrom und GGV u...

Standortfördergesetz: Gamechanger für Immobilienfonds & PV-Investitionen

Standortfördergesetz: Gamechanger für Immobilienfonds & PV-Investitionen

Diese wegweisende Änderung öffnet die Tür für großflächige PV-Invest...