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Innovation trifft auf Handarbeit: Warum der B2B-Vertrieb neue Wege in der Abrechnung gehen muss

Geschrieben von Anna Gruner | Nov 26, 2025 7:49:56 AM

Der B2B-Energiemarkt befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Weg von starren Festpreisprodukten, hin zu hochdynamischen, maßgeschneiderten Lösungen wie Power Purchase Agreements (PPAs), Spotmarkt-Modellen und komplexen Tranchen-Produkten. Doch während der Vertrieb diese innovativen Konzepte erfolgreich am Markt platziert, stößt die operative Abwicklung zunehmend an ihre Belastungsgrenze. Eine aktuelle Branchenumfrage, die wir gemeinsam mit Kreutzer Consulting durchgeführt haben, verdeutlicht das Kernproblem: Die gewünschte Produktvielfalt wird ohne die entsprechende technologische Basis zur wirtschaftlichen Belastung. 

Zu den Umfrageergebnissen

 

Status Quo: Komplexe Portfolios treffen auf "Excel-Handarbeit"

Die Umfrageergebnisse zeichnen ein klares Bild der aktuellen Marktstruktur. Zwar bieten nahezu alle befragten Unternehmen (94 %) weiterhin klassische Festpreise an, doch die Verschiebung hin zu komplexeren Strukturen ist in vollem Gange. Über die Hälfte der Akteure hat bereits Tranchenmodelle und Spotmarktprodukte im Portfolio. Besonders dynamisch entwickeln sich „Kombiprodukte“ (über 50 %) und PPAs (44 %), die eine direkte Verknüpfung zwischen Erzeugung und Abnahme herstellen.

Die Ernüchterung folgt jedoch beim Blick auf die IT-Infrastruktur. Trotz der hohen Komplexität dieser Produkte verlassen sich viele Energieversorgungsunternehmen weiterhin auf eine hybride Systemlandschaft aus etablierten ERP-Systemen und – als vermeintlichen „Retter in der Not“ – Microsoft Excel. Die Daten belegen eine strukturelle Ineffizienz in der operativen Abwicklung: Für 17 % der Unternehmen ist die manuelle Nachbearbeitung bei nahezu jeder einzelnen Rechnung bereits operativer Alltag. Betrachtet man das Gesamtbild, wird die Tragweite deutlich: Über 70 % der Marktteilnehmer müssen regelmäßig oder gelegentlich händisch in die Abrechnungsprozesse eingreifen. In einem Marktumfeld, das auf digitale Skalierbarkeit angewiesen ist, stellt diese hohe manuelle Prozessdurchdringung eine signifikante Wachstumsbarriere dar.


Operative Schmerzpunkte: Zeitaufwand, Flexibilität und Skalierbarkeit

Die Diskrepanz zwischen vertrieblichem Anspruch und operativer Wirklichkeit führt zu signifikanten Reibungsverlusten. Die Umfrageteilnehmer identifizieren drei zentrale Herausforderungen, die den Handlungsdruck im B2B-Segment massiv erhöhen:

  • Enormer Zeitaufwand (88 %): Manuelle Datenaufbereitung und die Korrektur von Fehlern in der Zeitreihenverarbeitung binden wertvolle Expertenressourcen, die in der strategischen Produktentwicklung fehlen.
  • Mangelnde Systemflexibilität (53 %): Bestehende Abrechnungssysteme sind oft nicht in der Lage, dynamische Preisformeln oder komplexe Messstellenstrukturen in Kundenanlagen ohne teure Individualprogrammierung abzubilden.
  • Fehlende Skalierbarkeit (45 %): Was bei zehn Pilotkunden noch manuell funktioniert, scheitert bei der Ausrollung auf das gesamte Portfolio. Die Grenzkosten der Abrechnung steigen linear mit der Anzahl der Kunden – ein Hindernis für profitables Wachstum.

 

Strategische Weichenstellung: Der Modernisierungszyklus bis 2028

Der Leidensdruck ist im Markt angekommen. 45 % der befragten Versorger planen bereits einen Systemwechsel oder eine umfassende Modernisierung ihrer Abrechnungslandschaft. Der Zeithorizont ist dabei eng gesteckt: Bis 2028 muss die automatisierte Beherrschung komplexer Zeitreihendaten zum Branchenstandard werden.

Für EVU und Stadtwerke bedeutet dies, dass sie sich vom "Silodenken" verabschieden müssen. Es reicht nicht mehr aus, innovative Tarife zu konzipieren; die Lieferfähigkeit muss von der debitorischen Anbindung bis zum Mahnwesen prozessual abgesichert sein. Nur wer die Brücke zwischen Vertriebsinnovation und automatisierter IT-Abwicklung schlägt, wird im Wettbewerb um B2B-Kunden bestehen können.



Die Solarize-Lösung: Skalierbare IT-Landschaft für innovative Energiewelten

Solarize setzt genau an diesem Flaschenhals an. Als ISO 27001-zertifizierter Technologiepartner bieten wir eine hochperformante Plattform, die den gesamten Meter-to-Cash-Prozess für dezentrale und komplexe Energieprodukte automatisiert.

  • Automatisierung komplexer Zeitreihen: Ob PPA-Abrechnung, Spotmarkt-Kopplung oder hybride Eigenversorgungsmodelle – Solarize verarbeitet Lastgänge im 15-Minuten-Intervall und überführt sie direkt in rechtssichere Abrechnungen.
  • Seamless Integration: Über umfassende APIs lässt sich unsere Software nahtlos in Ihre bestehende Systemlandschaft integrieren. Wir ergänzen Ihre Infrastruktur dort, wo Standardlösungen an ihre Grenzen stoßen.
  • Effizienz im Eigenbetrieb: Wir befähigen Sie, auch hochindividuelle Kundenanlagen und Mieterstromprojekte ohne personellen Mehraufwand zu verwalten. Die Technik unterstützt den Prozess, statt ihn durch Komplexität zu bremsen.

 

Fazit: Wer wachsen will, muss automatisieren

Die Ergebnisse der gemeinsamen Umfrage mit Kreutzer Consulting sind ein Weckruf für die Branche. Die Komplexität des B2B-Energiemarktes wird weiter zunehmen. Wer diese Komplexität heute noch mit manuellen Prozessen und Excel-Listen verwaltet, riskiert seine Handlungsfähigkeit und Marge. Die Lösung liegt in einer radikalen Standardisierung und Automatisierung der Abrechnungsprozesse.

Sie wollen wissen, wie Solarize Sie bei der Abrechnung komplexer B2B-Produkte unterstützen kann? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.