Die Direktvermarktung erneuerbarer Energien wächst in die Breite. Neue Marktteilnehmer starten, Stadtwerke bauen eigene Angebote auf, und immer mehr Anlagen suchen nach dem Ende der EEG-Förderung einen Vermarkter. Damit rückt ein Prozess in den Mittelpunkt, der lange im Hintergrund lief: die monatliche Abrechnung gegenüber den Anlagenbetreibern. Solarize hat die Abrechnung der Direktvermarktung als eigenen Anwendungsfall auf seiner Meter-to-Cash-Plattform umgesetzt. Dieser Beitrag zeigt, warum die Abrechnung anspruchsvoller ist, als sie auf den ersten Blick wirkt, was sich beim Redispatch geändert hat und wie Direktvermarkter ihre Abrechnung skalierbar aufstellen.
Immer mehr Anlagen fallen aus der EEG-Förderung und werden weiterbetrieben. Gleichzeitig wenden sich Direktvermarkter zunehmend auch kleineren Anlagen zu. Das Portfolio wächst also nicht nur in der Leistung, sondern vor allem in der Zahl der Anlagen und damit der Belege.
Neben den etablierten Vermarktern starten junge Unternehmen, Joint Ventures und Stadtwerke mit eigenen Angeboten. In einer Umfrage des Stadtwerkenetzwerks ASEW vom September 2026 planen rund 17 Prozent der Stadtwerke konkret den Einstieg in die Direktvermarktung kleiner PV-Anlagen, weitere 49 Prozent bewerten ihre Optionen. Als zentrale Aufgaben nennen die Befragten neben der Wirtschaftlichkeit ausdrücklich Integrationsaufwände und Abrechnungsprozesse.
Negative Börsenpreise, Abregelungen und Redispatch sorgen dafür, dass hinter einer einzigen Einspeisung immer mehr Rechnungspositionen stehen. Jede davon muss korrekt ermittelt und nachvollziehbar dargestellt werden.
Anlagenbetreiber vergleichen Konditionen genauer und wollen verstehen, wie sich ihre Erlöse zusammensetzen. Ein klarer Beleg wird damit zum Wettbewerbsfaktor.
Zusätzlichen Schub könnte die geplante EEG-Novelle bringen. Nach dem aktuellen Entwurf sollen auch neue kleine PV-Anlagen künftig in die Direktvermarktung wechseln. Das Verfahren ist allerdings noch nicht abgeschlossen.
Für Direktvermarkter heißt das schon heute: mehr Anlagen, mehr Belege, mehr Preisbestandteile pro Monat. Gerade bei kleinen Anlagen entscheidet der Abrechnungsprozess mit, ob sich das Geschäft für beide Seiten rechnet.
Physisch gibt es pro Anlage meist nur einen Einspeisezähler. Abrechnungsseitig stecken dahinter mehrere Preisbestandteile, die auf Basis viertelstündlicher Zeitreihen ermittelt werden. In der Praxis können bis zu sieben Rechnungspositionen pro Anlage und Monat entstehen.
Seit der EnWG-Novelle zum 23. Dezember 2025 machen Betreiber von Anlagen in der Direktvermarktung ihre Redispatch-Ansprüche selbst beim Netzbetreiber geltend. Der Direktvermarkter ist damit aus dieser Zahlungskette herausgefallen. Wie Fachmedien berichten, vergüten Netzbetreiber dabei in der Regel einen viertelstündlich ermittelten Mischpreis, der in Zeiten negativer Börsenpreise auch negativ ausfallen kann. Viele Direktvermarkter gleichen die Differenz zum vertraglich vereinbarten Preis weiterhin aus, je nach Vertrag kostenfrei oder gegen Entgelt.
Für die Abrechnung heißt das: Redispatch-Mengen gehören weiterhin auf den Beleg, häufig informatorisch, damit Anlagenbetreiber ihre Erträge vollständig nachvollziehen können. Vor allem zeigt die Änderung, wie schnell sich Rechnungspositionen verschieben. Eine Abrechnung muss neue Positionen flexibel abbilden können, ohne dass daraus jedes Mal ein IT-Projekt wird.
Die Abrechnung auf Tabellenbasis funktioniert für wenige Anlagen, skaliert aber nicht: Jede weitere Anlage erhöht den manuellen Aufwand und das Fehlerrisiko. Die etablierten ERP-Systeme der Energiewirtschaft bilden die Direktvermarktung zwar ab. Sie sind jedoch auf große Versorger zugeschnitten, und für einen jungen Direktvermarkter stehen Einführungsaufwand und Kosten oft nicht im Verhältnis zum Nutzen.
Eine Alternative ist eine klare Arbeitsteilung. Bilanzkreismanagement, Marktkommunikation und Fernsteuerung übernehmen spezialisierte Dienstleister. Die Abrechnung läuft in einem Nebenbuch, das die Zeitreihen über Schnittstellen empfängt, den Verträgen zuordnet und daraus die Belege erstellt. So bleibt das Setup schlank, und jeder Partner macht, was er am besten kann.
Solarize ist die spezialisierte Abrechnungsplattform für den Meter-to-Cash-Prozess. Die Erfahrung aus der zeitreihenbasierten Abrechnung, etwa bei dynamischen Tarifen, überträgt Solarize auf die Direktvermarktung:
Alle Funktionen im Überblick finden Sie auf unserer Produktseite zur Abrechnung der Direktvermarktung.
Wie das konkret aussieht, zeigt der Direktvermarkter meingrünstrom aus Ulm. Das junge Unternehmen hat seine Abrechnung von Anfang an skalierbar aufgestellt und rechnet seine Erzeugungsanlagen über Solarize ab. Der monatliche Rechnungslauf ist heute in wenigen Minuten erstellt. Wie meingrünstrom dabei mit seinen Dienstleistern zusammenarbeitet und welche Erfahrungen das Team gemacht hat, lesen Sie in der Fallstudie: meingrünstrom automatisiert seine Einspeiseabrechnung.
Die Direktvermarktung wird breiter, kleinteiliger und regulatorisch beweglicher, unabhängig davon, wie die EEG-Novelle am Ende ausgestaltet wird. Wer heute als Direktvermarkter startet oder sein Portfolio ausbaut, sollte die Abrechnung nicht erst angehen, wenn das Portfolio schon groß ist. Automatisierte, zeitreihenbasierte Prozesse sind die Voraussetzung dafür, auch kleinen Anlagen attraktive Konditionen anzubieten und Anlagenbetreibern transparente Belege zu liefern.
Sie bauen Ihre Direktvermarktung auf oder aus? Erfahren Sie mehr über die Abrechnung der Direktvermarktung mit Solarize oder sprechen Sie direkt mit unserem Team.
Dieser Beitrag dient lediglich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.