Mieterstrom hat sich in den vergangenen Jahren von einer Nische zu einer festen Säule der dezentralen Energiewende entwickelt. Viele Betreiber – ob Wohnungsunternehmen, gewerbliche Bestandshalter oder dritte Contractoren – stehen inzwischen an einem gemeinsamen Punkt: Sie fragen sich, ob der nächste logische Schritt die eigene Marktrolle als Stromlieferant ist. Die gute Nachricht: Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern mehrere Optionen, die sich flexibel an Ihre Ziele und Ihre Ressourcen anpassen lassen.
Der Mehrwert durch eine Lieferantenrolle liegt selten rein auf der Marge auf den Stromverkauf aus dem Netz. Er liegt vielmehr in prozessualen Vorteilen und Unabhängigkeiten, die Sie dadurch gewinnen:
Kurz gesagt: Die Lieferantenrolle verschafft Ihnen mehr Kontrolle über Prozesse, die heute oft über mehrere historisch gewachsene Systeme und Partner verteilt sind – und macht Ihr Mieterstromgeschäft dadurch stabiler für weiteres Wachstum.
Wie der Weg zur Lieferantenrolle konkret aussieht, hängt stark vom jeweiligen Geschäftsmodell ab. In der Praxis lassen sich drei typische Profile beobachten:
Hier steht die gewinnbringende Verteilung von PV-Überschuss im Vordergrund, etwa über zeitgleiche Ein- und Ausspeisung (Off-Site-PPAs) sowie eine optimierte Beschaffung über Termin- und Spotmarkt. Die größte Herausforderung liegt meist in einer möglichst präzisen Prognose der Überschusseinspeisung.
Für Massengeschäft und Wohnungsbaugenossenschaften zählt vor allem die Skalierbarkeit: Wechselprozesse in und aus dem Mieterstrom sollen reibungslos laufen. Es ist denkbar, die Marktrolle Lieferant und die fachliche Marktkommunikation selbst aufzubauen, während Bilanzkreismanagement und Handel gezielt als externe Dienstleistung eingekauft werden.
Stadtwerke und Versorger, die Mieterstrom-Modelle einführen möchten, stehen häufig vor der Frage einer sogenannten „Mako-Weiche“ zur Abzweigung an spezialisierte Partner wie Solarize inklusive ERP-Anbindung – oder vor der Entscheidung, mit einer eigenen Marke ein neues Geschäftsfeld aufzubauen.
Allen drei Profilen ist eines gemeinsam: Die bestehenden Systeme sind auf die klassische Energieversorgung ausgelegt und werden nun durch innovative Lösungen erweitert, um die neuen Anforderungen der dezentralen Energiewelt abzubilden.
Die Übernahme der Lieferantenrolle ist keine Alles-oder-Nichts-Entscheidung. Fixkosten und Verantwortung lassen sich über intelligente Servicemodelle gezielt aufteilen.
Der niedrigschwellige Einstieg: Ein externer Lieferant übernimmt die Vermarktung der Einspeiser und die Belieferung der Ausspeiser. Es entstehen keine Fixkosten, dafür eine Handling-Fee. Eine Verrechnung von Einspeise- und Ausspeisemengen bei Zeitgleichheit als PPA ist möglich, während Sie selbst reiner Anlagenbetreiber bleiben.
Sie treten selbst als Lieferant auf, lagern jedoch Bilanzkreismanagement, Prognosen und Handel aus. Da sich mehrere LF-Rollen in einem Bilanzkreis bündeln lassen, können Sie Ihre Fixkosten optional über einen Sub-Bilanzkreise gezielt minimieren.
Die Option mit maximaler Eigenständigkeit: volle Abdeckung aller relevanten Marktrollen, unterstützt durch ein professionelles Dienstleisternetzwerk im Hintergrund. Sie besitzen eine eigene Marktrolle als Lieferant und Bilanzkreisverantwortlicher.
Welche Variante zu Ihnen passt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem jedoch von der Frage, wie viel operative Steuerung Sie selbst übernehmen können und wie Ihr Portfolio heute aufgestellt ist. Alle drei Wege sind etablierte Modelle – der Einstieg lässt sich also unabhängig von der Ausgangslage auf verschiedenen Wegen gestalten.
Wer sich für eine eigene Lieferantenrolle entscheidet, übernimmt – je nach gewähltem Modell – vier zentrale Aufgabenfelder:
Diese Aufgaben lassen sich über ein starkes Partnernetzwerk vollständig abdecken.
Egal welchen Weg Sie wählen: Am Ende zählt, dass Ihre operativen Kernprozesse zuverlässig laufen – von der Marktkommunikation über das Energiedatenmanagement bis zur Abrechnung gegenüber Ihren Kunden. Genau hier setzt das Nebenbuch-Prinzip von Solarize an: Wir übernehmen die komplexen Prozesse rund um Messdatenverarbeitung, Bilanzierung und Abrechnung und übergeben lediglich aggregierte Daten an Ihr bestehendes Hauptbuch. So bleibt Ihre etablierte Systemlandschaft unangetastet, während Sie den Freiraum gewinnen, Ihr Mieterstromgeschäft als Lieferant weiterzuentwickeln.