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Betreibermodelle aus Sicht des Stadtwerks

Geschrieben von Anna Gruner | Apr 13, 2026 6:31:04 AM

Die Rahmenbedingungen für die Immobilienwirtschaft verändern sich kontinuierlich. Mit der Einführung der PV-Pflicht in vielen Bundesländern und den Anpassungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – etwa hinsichtlich der Vergütung bei negativen Börsenpreisen – gewinnt die lokale Stromvermarktung an Bedeutung.

Für Stadtwerke und Energieversorgungsunternehmen (EVU) ergeben sich daraus neue Möglichkeiten, als kompetente Lösungspartner aufzutreten. Durch maßgeschneiderte Betreibermodelle unterstützen Sie Ihre Immobilienkunden dabei, rechtliche Anforderungen effizient umzusetzen und gleichzeitig die Mieterbindung zu stärken.


Vorteile für Ihre Partner in der Wohnungswirtschaft

Indem Sie als Versorger moderne Konzepte zur dezentralen Stromversorgung ermöglichen, bieten Sie Wohnungsunternehmen einen klaren Mehrwert. Die wesentlichen Vorteile für die Immobilienunternehmen im Überblick:

  • Wirtschaftlichkeit: Die lokale Vermarktung des PV-Stroms ermöglicht eine attraktivere Amortisation der Anlagen im Vergleich zur reinen Einspeisevergütung.
  • Nachhaltigkeit und ESG: Konzepte wie Mieterstrom oder die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) zahlen direkt auf die Dekarbonisierungsziele und ESG-Anforderungen (Scope 2 & 3) der Unternehmen ein.
  • Standortattraktivität: Preisstabiler Solarstrom vom eigenen Dach steigert die Attraktivität der Wohnanlage und trägt zur langfristigen Mieterbindung bei.
  • Werterhalt: Die Integration moderner Energiekonzepte hilft dabei, steigende Energieeffizienzstandards zu erfüllen und den Marktwert der Immobilien zu sichern.


Kooperationsmodelle für Energieversorger


1. Das Dachpachtmodell


Dieses Modell bietet sich für Ihre Immobilienkunden an, die die investive und operative Verantwortung vollständig abgeben möchten.

  • Prinzip: Sie pachten die Dachfläche vom Eigentümer, investieren in die PV-Anlage und treten gegenüber den Mietern als Lieferant auf.
  • Ihre Rolle: Sie agieren als Investor und Betreiber und sichern sich eine langfristige Präsenz im Quartier.

2. Anlagenpacht / Sale & Lease Back

Dieses Modell ist für Immobilieneigentümer geeignet, die selbst investieren möchten (z. B. zur Erfüllung von Förderbedingungen), aber keinen operativen Aufwand wünschen.

  • Prinzip: Ihr Immobilienkunde investiert in die PV-Anlage. Sie pachten diese zurück und übernehmen die Verantwortung für den Betrieb und die Belieferung der Mieter.
  • Ihre Rolle: Sie nutzen die kundenseitige Investition, um Ihr Lieferportfolio zu erweitern, ohne eigenes Kapital zu binden.
     

3. Das Lieferkettenmodell

Das Lieferkettenmodell ist ideal für Immobilieneigentümer, die selbst als Betreiber der Anlage auftreten möchten, aber die energiewirtschaftliche Abwicklung auslagern.

  • Prinzip: Der Eigentümer investiert und betreibt die Anlage technisch. Sie als EVU kaufen den Strom am Netzanschlusspunkt auf Basis eines Liefervertrages ab und übernehmen die Abrechnung gegenüber den Endverbrauchern.
  • Ihre Rolle: Sie übernehmen die regulatorisch komplexe Lieferantenrolle und die Kundenabrechnung als Dienstleistung.

Effiziente Umsetzung mit digitaler Unterstützung

Die Administration dezentraler Konzepte – ob Mieterstrom (§ 42a EnWG) oder gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (§ 42b EnWG) – erfordert präzise Prozesse. Durch den Einsatz der Solarize Software lassen sich auch komplexe Portfolien skalierbar verwalten.

Lassen Sie uns gemeinsam besprechen, wie Sie Ihr Mieterstrom-Angebot digitalisieren und effizient ausrollen können – wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!